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Wo soll's denn hingehen?

4
August
2013
Lake Pearson, Cave Stream

Dieses Wochenende war ich zur Abwechslung mal auf keinem Trip des Tramping Clubs. Gabe, Heiko, Robin (USA), Sarah, Will und ich entschieden uns in Richtung Arthur’s Pass, genauer gesagt zum Lake Pearson zu fahren. Nachdem wir die verschiedenen Möglichkeiten dorthin zu kommen verglichen hatten (Bus, Mietauto), entschieden wir uns etwas Neues auszuprobieren. Anstatt ca $40/Person zu zahlen, wollten wir versuchen per hitchhiking (also per Anhalter) an unser Ziel zu kommen. Da wir das Wochenende so gut wie möglich ausnutzen wollten starten wir schon am Freitagnachmittag etwa gegen 15 Uhr, nachdem ich kurz davor noch eine Vorlesung hatte. Die Wettervorhersage für das Wochenende sah alles andere als gut aus, ein Tief aus Westen kommendes Tief und eines aus Osten kommendes sollten das ganze Wochenende für ausgiebige Regenschauer sorgen. Unser Plan war daher am Freitag zum Lake Pearson zu kommen, dort unsere Zelte aufzubauen und dann am Samstag oder Sonntag, je nach Wetter eine Runde um den See zu gehen oder die Höhle “Cave Stream”, welche ca 14,5 Kilometer entfernt liegt, zu erkunden.

Freitag. Gabe und Robin starteten etwa gegen 12 Uhr, wir planten uns in 2er Gruppen aufzuteilen um leichter mitgenommen werden zu können. Gegen 15 Uhr machte sich der Rest von uns auf den Weg in Richtung Yaldhurst Road, welche dann in den Highway 73, der auch als West Coast Road bekannt ist, mündet. Der Plan war es, die Yaldhurst Road solange entlang zu gehen bis es keine Abzweigungen mehr gibt, also bis alle Autos in “unsere” Richtung fahren. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatten wir dann diesen Punkt erreicht und wir begannen unsere Daumen hinauszustrecken.

Bereits kurze Zeit später hielt auch schon das erste Auto an und nahm Will und Heiko mit. Die Fahrerin entschuldigte sich sogar noch bei uns, dass sie nicht uns vier mitnehmen konnte. Die Kiwi-Mentalität unterscheidet sich wirklich sehr deutlich von der österreichischen. Nachdem Sarah und ich der Straße für weitere zehn bis fünfzehn Minuten gefolgt sind hielt ein Van der University of Canterbury gerade bei einer roten Ampel und signalisierte uns einzusteigen. Wir sprangen also hinein und staunten nicht schlecht, als wir sahen, dass der Van, bis auf einen Sitz, bereits voll war mit Studenten, die gerade auf einer Exkursion zu einer Hütte im Arthur’s Pass waren, um dort ein paar Messungen durchzuführen. Nachdem die Rucksäcke und sonstiges Gepäck neu geschlichtet wurden bemerkte ich, dass der Van nicht mit Messgeräten oder sonstiger, technischer Ausrüstung vollgepackt war, sondern mit Bier und Cider. Kurz darauf wurde uns auch etwas davon angeboten, was wir natürlich gerne annahmen. Auf der ca. eineinhalbstündigen Fahrt zum Lake Pearson machte der Van zweimal Halt, dem Alkohol geschuldete Pipi-Pausen waren angesagt. Beim zweiten Halt, trafen wir auch den zweiten Van der Gruppe. Diese Gelegenheit nutzten die Studenten dazu ein kleines Wettsaufen zu veranstalten, unser Van verlor. Nach etwa zehn Minuten und nachdem einer der “Trinksportler” seinen Magen Erleichterung verschafft hatte, ging es dann weiter zum Lake Pearson. Der Fahrer verließ sogar den Highway und setzte uns direkt am Campingplatz ab. Was für ein gelungener Einstieg ins Hitchhiking!

Die anderen 4 erwarteten uns bereits. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und so stellten wir schnell unsere Zelte auf und begannen ein Lagerfeuer zu machen. Danach gab es Couscous und Instant-Nudeln zum Abendessen. Gegen Mitternacht ging das Feuer langsam aus, wir waren müde und so gingen wir schlafen, in der Hoffnung, dass die Wettervorhersage nicht stimmt. Die Nacht war zwar trocken aber kälter als gedacht mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.
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Samstag. Wir standen gegen 9 Uhr auf, starteten wieder das Feuer und machten uns Frühstück. Das Wetter war schwer einzuschätzen, da es so neblig war, dass man kaum 50 Meter weit sehen konnte. Da es aber während der Nacht nicht geregnet hatte entschieden wir uns, uns auf den Weg zur Höhle zu machen, damit falls es dann zu Regnen anfängt der Pegel des Flusses, welcher durch die Höhle fließt noch nicht zu hoch ist. Wir machten uns also auf den 14,5 km langen Weg, dem Highway entlang, über knapp 300 Höhenmeter zur Cave Stream Scenic Reserve. Etwa drei Stunden später erreichten wir unser Ziel und machten eine kurze Snack-Pause. Mittlerweile hatte sich der Nebel verzogen und darüber kam der strahlend blaue Himmel zum Vorschein.
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Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Eingang der Höhle. Laut unseren Informationen besteht die Höhle aus mehreren Becken, die von einem Fluss gespeist werden, der durch die 600m lange Höhle fließt. Bei normalem Wasserstand sollten diese Becken bis zu hüfttief sein. Etwas widerwillig begannen wir damit, den Fluss zu überqueren um zum Eingang der Höhle zu kommen. Das erste Becken ist angeblich das tiefste, deshalb entschieden wir uns bis zum ersten Becken zu gehen, zu schauen wie tief es an diesem Tag ist und dann gegebenenfalls umzukehren und oberirdisch zum anderen Ende der Höhle zu gehen, um dort unser Glück zu versuchen.
Etwa 50m nach dem Eingang kamen wir zu dem ersten Becken, Robin versuchte am Rand des Beckens der Höhle entlang zu gehen, da das Becken selbst sehr tief aussah. Es schien aber kein Weg am Becken vorbeizuführen, weshalb wir uns entschlossen umzukehren und das andere Ende der Höhle zu inspizieren. Nach etwa 10 Minuten waren wir am anderen Ende angekommen, doch auch hier kamen wir nicht weiter als etwa 20 Meter, dort versperrte uns ein ca. 3 Meter hoher Wasserfall, der zwar mit einer Leiter zu überwinden gewesen wäre, den Weg. Will stieg die Leiter hinunter, am Boden befand sich allerdings ein weiteres, undefinierbar tiefes, Becken. Wir drehten also wieder um, entleerten unsere Schuhe und machten uns auf den Rückweg zum Camp.

Mittlerweile war es 16 Uhr, dh. es blieben uns noch ca. eineinhalb Stunden bis zum Sonnenuntergang. Die anderen entschieden sich den Rückweg wieder zu hitchhiken. Mir gefiel die Strecke allerdings sehr gut und so entschied ich mich zum Camp zurückzulaufen. Da wir das wenige Equipment, das wir für diesen kurzen Ausflug brauchten auf nur 3 Rucksäcke verteilt hatten, konnte ich ohne Rucksack laufen, was die Sache deutlich angenehmer machte. Etwa auf halbem Weg sah ich die anderen an mir vorbeifahren. Sie würden also, mit meinem trockenen Gewand, vor mir das Camp erreichen und schon mit dem Kochen anfangen können. Ein motivierender Gedanke!
Nach etwa 1:10h erreichte ich dann das Camp und konnte von meinen verschwitzten Sachen in trockene wechseln. Nachdem wir den ersten Topf mit kochendem Wasser nutzten um sauberes Trinkwasser zu gewinnen, war der zweite dann für Spaghetti bestimmt. Als zweiten Gang gab es dann noch Penne, womit die Kohlehydratspeicher wieder gefüllt waren. Beim knisternden Lagerfeuer besprachen wir dann den Plan für Sonntag, bevor wir dann gegen Mitternacht wieder schlafen gingen.

Sonntag. Der Plan für Sonntag sah die Besteigung des Purple Hill vor. Das es in der Früh allerdings nach Regen aussah und keiner von uns bei einem Aufstieg von 1000 Höhenmetern in ein Gewitter kommen wollte, entschieden wir uns ausgiebig zu frühstücken und uns dann auf den Weg zurück nach Christchurch zu machen. Gegen 12 Uhr waren dann die letzten kochbaren Teile des Proviants verspeist, die Zelte abgebaut und die Rucksäcke gepackt und wir gingen wieder zurück zum Highway. Um leichter mitgenommen werden zu können teilten wir uns wieder in drei 2er Gruppen auf und verteilten uns auf gute Anhaltemöglichkeiten entlang des Weges. Nach einer knappen Stunde hatten wir alle eine Mitfahrgelegenheit. Sarah und ich wurden von einem Jäger mit einem Pick-up Truck mitgenommen, der gerade auf dem Rückweg in die Stadt war. Er war etwa in meinem Alter und hatte gerade sein Bachelor-Studium abgeschlossen. Unterwegs fragten wir ihn noch nach seinen Lieblingsorten in Neuseeland und welche Orte er uns zu welcher Jahreszeit empfehlen kann. Nach etwa einenhalb Stunden waren wir wieder in Christchurch und er setzte uns direkt vor den Ilam Apartments ab.

Alles in allem war das ein sehr gelungenes Wochenende ohne Regen, dafür mit tollen Hitchhiking Erfahrungen. Außerdem war es auch ganz angenehm einmal an einem Wochenende kein Geld für Trips auszugeben.
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Mehr Infos:
Campsite:
Cave Stream Scenic Reserve:

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