Meine Fotos sind übersiedelt!
Sie sind jetzt unter andreasbloeschl.at zu finden.
Der Blog über mein Auslandssemester in Neuseeland ist noch immer hier.

Wo soll's denn hingehen?

15
December
2013
7 Days in the Bush

Getting there

Wir hitchhikten von Christchurch nach St.Arnaud, dem Tor in den Nelson Lakes National Park. Wir brauchten rund 9 Stunden und vier Mitfahrgelegenheiten um dorthin zu kommen. Die Wartezeiten hielten sich in Grenzen, nur das letzte Stück, vom Highway nach St.Arnaud war ein bisschen mühsam. Die Nacht verbrachten wir im Kerr Bay Campground.

 

Day 1 – St.Arnaud – Lakehead Hut

Es regnete die ganze Nacht und es kam ein bisschen Wasser ins Zelt. Dadurch wurden die Fußenden unserer Schlafsäcke nass. Nach diesem eher bescheidenen Tag in den Tag waren wir nicht mehr 100% sicher, dass eine 7-Tages-Tour die richtige Entscheidung ist.

Nach einem Besuch im DOC-Office, sank die Stimmung weiter, da sich die Wettervorhersage verschlechtert hatte und nun mehr oder weniger Regen für die nächsten vier Tage vorhersagte. Nach einigem Zögern brachen wir dann erst kurz vor Mittag auf.

Der erste Teil führte uns am Ostufer von Lake Rotoiti entlang bis zur Lakehead Hut, rund 3h vom Campingplatz entfernt. Es regnete die ganze Zeit, meistens schüttete es. Völlig durchnässt erreichten wir die Hütte, wo schon sechs andere Leute vor dem Regen geflüchtet waren.

Wir gingen an diesem Abend, ohne große Erwartungen die 7-Tages-Tour wirklich machen zu können, früh ins Bett.

 

Day 2 – Lakehead Hut – John Tait Hut – Upper Travers Hut

Entgegen unserer Erwartungen hatte es etwas aufgeklart und es regnete nicht mehr. Der Plan für den Tag war, bis zur Upper Travers Hut zu gehen und dann abhängig vom Wetter am nächsten Morgen zu entscheiden wie es weitergeht. Von der Lakehead Hut bis zur Upper Travers Hut sind es rund 24km und etwas mehr als 600 Höhenmeter. Nach rund vier Stunden erreichten wir die John Tait Hut, wo wir eine Mittagspause einlegten.

Von dort ging es dann weitere drei Stunden bis zur Upper Travers Hut, mit einem kleinen Stopp an den Travers Falls, die nur rund 100 Meter abseits des Tracks liegen.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Die Hütte, die für bis zu 24 Leute Platz bietet, teilten wir uns mit einem deutschen Ehepaar und einem Kiwi aus Wellington.
IMG_6580_1_small

Trotz langer Unterhose und Fleecejacke war es noch immer kalt in der Hütte und so heizten wir den Ofen an. Für diesen Luxus wird extra Feuerholz per Helikopter zu den Hütten eingeflogen. Das Wetter sah jedoch schon deutlich besser als in den letzten Tagen aus. Am Abend blinzelte sogar die Sonne hin und wieder mal durch die Wolken.

Es war noch nicht einmal finster, als die anderen kurz vor 21 Uhr schon schlafen gingen.

 

Day 3 – Upper Travers Hut – West Sabine Hut

Das Wetter in der Früh ließ auf einen tollen Tag hoffen. Sonne und nur ein paar Wolken waren am Himmel zu sehen. Gutes Wetter konnten wir auch dringend gebrauchen, da wir an diesem Tag den höchsten, ungeschützten und damit auch wetterabhängigsten Teil vor uns hatten.
P1060576_1_small
Zuerst ging es durch Tussock rund 100 Meter bergauf, bis die Vegetation immer spärlicher wurde, als der Weg immer steiler hinauf in die Berge führte. Insgesamt 600 Meter Steigung auf knapp 2km lagen vor uns.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

IMG_6595_1_small
IMG_6590_1_small
IMG_6600_1_small
IMG_6588_1_small
Am Sattel angekommen stoppten wir kurz für einen kleinen Snack, bevor es dann über 1100 Meter hinunter zur nächsten Hütte ging. Der Weg führte dabei über Geröllhänge, durch ein paar kleine Flüsse und über Unmengen an nassen und rutschigen Wurzeln. Hin und wieder waren auch schlammige Stellen zu überwinden.
IMG_6605_1_small

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

Meine Beine brannten, als wir endlich die Hütte erreichten. So viel Bergab mit einem schweren Rucksack am Rücken ist nicht zu unterschätzen.

 

Day 4 – West Sabine Hut – Blue Lake and Lake Constance – West Sabine Hut

Dieser Tag sollte das Highlight der siebentägigen Tour werden. Das Ziel war der eigentliche Grund für diese Wanderung, Blue Lake, der klarste See der Welt. Sarah blieb zurück, die Anstrengungen der letzten Tage waren zu viel für sie und so legte sie einen Ruhetag ein. Ich konnte somit einen Großteil meiner Sachen in der Hütte zurücklassen und so nahm ich nur das Nötigste für den Tag und eine Nacht mit, für den Fall, dass das Wetter umschlägt.

Der Weg führte zuerst entlang des Flusses durch einen Wald und über Geröllfelder, bis er mit dem Fluss hinauf in das Plateau kletterte in dem Blue Lake liegt. Dabei wurde der Pfad stellenweise sehr schmal und der rutschige Untergrund erforderte einiges an Konzentration.
P1060685_1_small
P1060684_1_small
Dank des leichteren Rucksacks dauerte es allerdings nur zwei Stunden, um die acht Kilometer und die rund 550 Höhenmeter zu überwinden.

Der Blue Lake ist ein paar hundert Meter von der gleichnamigen Hütte entfernt. Ich ließ die verschwitzten Sachen in der Sonne trocknen, während ich den See erkundete. Die Klarheit und die Farben des Wassers waren echt atemberaubend. Durch Felsen gefiltert und ganzjährig kalt, ist dieses Wasser das klarste Süßwasser der Welt.
IMG_6611_1_small
IMG_6661_1_small
Nachdem ich einige Fotos geschossen hatte, ging ich noch rund einen Kilometer und 150 Höhenmeter weiter, bis ich einen guten Blick auf Lake Constance ergattern konnte. Danach drehte ich um und legte noch eine kurze Pause bei der Blue Lake Hut ein, bevor ich hinunter, zurück zur West Sabine Hut ging.
IMG_6721_1_small

 

Day 5 – West Sabine Hut – Sabine Hut

Ich hatte noch immer einen Muskelkater von den anstrengenden letzten Tagen. Der fünfte Tag hielt einen relativ flachen, rund 17km langen Weg zur Sabine Hut bereit. Obwohl es kaum Steigungen gab kamen wir nicht sehr schnell voran, da viele rutschige Wurzeln ein Vorankommen beschwerlicher machten.

Nach knapp 5 Stunden erreichten wir dann die Hütte, wo schon Schwärme von Sandfliegen auf uns warteten.
IMG_6729_1_small
IMG_6733_1_small

 

Day 6 – Sabine Hut – Speargrass Hut

Der erste Teil des Weges war durch einige umgestürzte Bäume blockiert. Danach ging es ein paar hundert Meter bergauf. Im Anschluss daran führte der Weg durch ein paar sehr sumpfige Gebiete, immer leicht bergauf in Richtung Hütte. Das letzte Stück ging es dann schon bergab und wir kamen zur Hütte, die auf einer Lichtung mit Tussock lag.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

IMG_6748_1_small
IMG_6766_1_small
IMG_6761_1_small
Da wir bereits gegen 16 Uhr ankamen und die Sonne schien, verbrachten wir die meiste Zeit draußen und genossen das gute Wetter. Entgegen allen Informationen in vorherigen Hütten und dem Internet, gab es auch bereits wieder eine neue Brücke über den nächsten Fluss und so stand einem erfolgreichen Abschluss am nächsten Tag nichts im Wege.
IMG_6753_1_small
Das Beste an diesem Tag war jedoch, dass ein Kind einer Familie, mit der wir uns die Hütte teilten, Geburtstag hatte und von seinen Geschwistern ein Schoko-Torte bekommen hatte. Großzügig teilte die Familie mit uns und den zwei restlichen Leuten in der Hütte.
IMG_6773_1_small
Day 7 – Speargrass Hut – St.Arnaud

Von der Speargrass Hut waren es nur etwas mehr als 2 Stunden bis zum Mt.Robert Carpark und von dort dann noch einmal 2 Stunden mit einer Mittagspause zurück nach St.Arnaud. Dort gab es dann die erste warme Dusche in einer Woche.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

IMG_6803_1_small
Das einzige Lebensmittelgeschäft ließ unsere Hoffnung auf ein gesundes Essen mit frischem Obst und Gemüse jedoch unerfüllt.

 

Diese sieben Tage in der Wildnis habe ich sehr genossen und gleichzeitig habe ich auch viel gelernt. Couscous und Potato Flakes stehen nun ganz oben auf der Einkaufsliste für den nächsten Trip und die “Backcountry Cuisine “-Mahlzeiten werden wieder gestrichen.

« « Going Back South | Greenstone Country » »