Meine Fotos sind übersiedelt!
Sie sind jetzt unter andreasbloeschl.at zu finden.
Der Blog über mein Auslandssemester in Neuseeland ist noch immer hier.

Wo soll's denn hingehen?

3
December
2013
Biketrip – A Gradual Ending

Day 13 – 28.11. – 6km – Auckland – Te Kuiti

Nach dem Auschecken hatten wir noch einiges einzukaufen, Proviant für mindestens 4 Tage und neue Ersatzschläuche. Danach fuhren wir zurück zum Hostel, verstauten alles in unseren Taschen und fuhren zur Busstation.

Wir aßen noch eine Kleinigkeit, bevor wir die Räder und Taschen für die Busfahrt vorbereiteten. Der Bus war ein bisschen kleiner als die bisherigen und so war das Einladen der Räder etwas komplizierter. Nach ein paar Minuten und der Hilfe des Fahrers war dann aber alles sicher verstaut. Nach einem Stop in Hamilton und einem weiteren kurzen Stop knapp vor den Waitomo Caves, an einem Cafe/Restaurant und einem Obst und Gemüsegeschäft, bei dem es Avocados für 69c/Stk gab, kamen wir um 18 Uhr in Te Kuiti an.

Pünktlich als wir ankamen begann es zu schütten. Wir montierten unser Zeuf auf die Räder und fuhren zu einem nahegelegenen Campingplatz.  $15/Nacht kostete dort ein Zeltplatz pro Person.

Als wir vorm Regen in die Küche geflüchtet waren kam ein Mann herein, der uns anbot in seinem Wohnwagen zu schlafen und das Zelt zum Trocknen aufzuhängen. Die Hilfsbereitschaft der Kiwis überrascht mich immer wieder aufs Neue.

Wir kamen mit ihm ins Gespräch und er erzählte uns, dass er bis er 9 Jahre alt war keinen Weißen gesehen hatte und zuerst dachte er seine in Geist. Er kam in eine Residential School wo er gleich am ersten Tag geschlagen wurde, weil er kein Wort Englisch sprach. Eine Narbe auf seiner Stirn zeugt noch heute davon.

In der Küche trafen wir auch noch ein paar Leute die auf dem Te Arora Track unterwegs sind. Te Arora ist ein Wanderweg, der vom Vape Reinga bis nach Bluff führt, also vom Norden der Nordinsel bis zum Süden der Südinsel. Dabei führt er an diversen Tracks entlang und einige Teile verlaufen einfach entlang von Straßen.

Laut Wettervorhersage soll es noch zwei Tage regnen. Wir machten uns also Gedanken, ob wir am nächsten Tag wirklich den Timber Trail starten sollten. 3-4 Tage mitten im Nirgendwo mit schlechtem Wetter klingt nicht wirklich nach einer tollen Zeit. Wir beschlossen daher den nächsten Tag in Te Kuiti zu verbringen und zu entschieden, was wir danach machen wollten. Die Motivation den Biketrip (kann man das nach so vielen Tagen Pause noch so bezeichnen?) fortzusetzen war bei uns beiden in diesem Moment ziemlich niedrig. Zu viel gibt es noch auf der Südinsel zu entdecken.

Der Regen prasselte auf den Wohnwagen als wir schlafen gingen.

 

Day 14 – 29.11. – 3km – Te Kuiti

In der Früh ging es zur iSite um die Wettervorhersage für die nächsten Tage, Transportoptionen zum und vom Trail, sowei nach Wellington in Erfahrung zu bringen. Das Ergebnis: das Wetter ist schlecht, weird aber in zwei Tagen besser, es gibt Shuttles zum Trail und der Bus nach Wellington ist teuer.

Es regnete, als wir uns auf Bänken neben der iSite hinsetzten und versuchten zu einer Entscheidung zu kommen. Danach verlagerten wir das Nachdenken in Tiffany’s Tearooms. In dem Cafe/Restaurant hatt eich den besten Veggieburger den ich jemals gegessen habe.

Danach fuhren wir zu einem Hostel, welches rund 3km außerhalb des Zentrums auf einem Hügel liegt. Für $15 konnten wir dort campen. Die Besitzer, Uschi aus der Schwei und Don haben hier ein kleines aber feines Hostel.

Wir kamen endlich zu einer Entscheidung, was wir die nächsten Tage machen wollen: den Timber Trail.

Wir versuchten das Shuttleservice zu erreichen, es hob aber niemand ab. Da Don ein Shuttle zu den nahegelegenen Höhlen anbietet fragten wir ihn. $50 wollte er für den Weg pro Person haben, das überstieg unser Budget bei weitem.

Wir begannen Abendessen zu machen und die anderen Gäste des Hostels, eine Frau aus den USA und ein Paar aus Deutschland, kamen auch nach und nach in die Küche. Sie alle waren auf dem Te Arora Track unterwegs. Das deutsche Paar erzählte uns, dass sie täglich 15-40km marschieren und das bis zu einer Woche ohne einen Ruhetag. Die Strapazen gingen aber nicht spurlos an ihnen vorbei. Sie hatten beide diverse Probleme an den Füßen, nichts dramatisches, aber doch ein Zeichen, dass ihr Körper damit nicht ganz einverstanden ist.

Gegen 21 Uhr läutete dann das Handy. Die Leute vom Pa Harakeke Shuttle riefen endlich zurück. Nach einem längeren Gespräch stand es dann fest. Wir werden direkt vom Hostel abgeholt und das um 6:30 Uhr. Das heißt, dass wir den ganzen Tag zum Radeln haben werden, aber auch, dass das Frühstück wohl bis zum Trailstart warten muss.
IMG_6476_1_small

 

Day 15 – 30.11. – 22km – Te Kuiti – Pureora – Te Kuiti

5:45 Uhr. Der Wecker läutet. Regen prasselt auf das Zelt. Überraschend ausgeschlafen stand ich auf, packte meinen Schlafsack ein und begab mich in die Küche um zu frühstücken.

Um 6:30 Uhr ist dann alles gepackt und wir warten auf das Shuttle. Zehn Minuten später kam es dann und wir luden alles ein. Nach ein paar weiteren Stops in Te Kuiti ging es dann die rund 55km nach Pureora zu Start des Timber Trails.

Nachdem alles ausgeladen und wieder auf den Rädern befestigt war ging es los. Der Trail ist wie ein Great Walk, also ein breiter Wanderweg ohne abrupte Steigungen. Auf diesem unruhigen Untergrund wären ordentliche Mountainbikes mit Federung eindeutig die bessere Wahl gewesen.

Nach rund 2km machte sich die fehlende Eignung unserer Räder das erste Mal bemerkbar. Eine Schraube einer meiner Gepäckträger wurde locker und verabschiedete sich. Glücklicherweise hatte ich Ersatzschrauben dafür, ansonsten wäre die Reise bereits hier zu Ende gewesen.

Nur einen Kilometer später kam dann jedoch das endgültige Aus. Eine von Sarahs Ritzelscheiben verbog sich, die für die niederen Gänge. Da einige Hügel vor uns lagen und sie diese ohne niedrige Gänge nicht schaffen würde, beschlossen wir umzukehren. Es hat wohl nicht sein sollen. Zurück am Parkplatz kam gerade ein anderes Shuttle an und wir fragten die Fahrerin,  ob sie uns nach Te Kuiti bringen könnte. Sie konnte nicht, aber sie bot uns an, uns einen Teil des Weges mitzunehmen. Kurz nach Bennydale (30km von Te Kuiti) ließ sie uns aussteigen. wir gaben ihr $5 als kleine Entschädigung für ihre Zeit. Nachdem wir wieder alles befestigt hatten machten wir uns nach Te Kuiti auf.

Wir schafften rund 16km in der ersten Stunde, trotz Gegenwinds. Dieser bereitete Sarah allerdings Probleme mit der Atmung, außerdem begann ihr Knie zu schmerzen.

Nach einer kurzen Pause kam ein Lastwagen um die Kurve, Sarah streckte den Daumen hinaus und zu unserer Überraschung blieb der LKW stehen. Keine 5 sek., das muss eine Art Hitchhiking Rekord sein. Das war jedenfalls die kürzeste Zeit, die ich je gewartet hatte.

Der Fahrer, Mike, hatte Platz für uns und unsere Räder. Er transportierte gerade einen Bagger.

Er brachte uns nach Te Kuiti und auf dem Weg fragte er uns wo wir denn übernachten würden. Wir nannten ihm das Hostel und er machte extra einen Umweg um uns direkt dort abzusetzen. Habe ich schon die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kiwis erwähnt?

Beim Hoste angekommen tratschten Don und Uschi gerade mit ein paar Freunden. Als wir ihnen von unseren Problemen mit dem Rad erzählten, gab es gleich ein groß angelegtes Brainstorming, wie man uns denn am besten helfen könnte.

Es bedurfte schon ein bisschen Überredungskunst ihnen zu erklären, dass es OK für uns ist mit dem Bus zurück nach Wellington zu fahren. Später am Nachmittag buchten wir dann, nach längerem Hin und Her, Bustickets nach New Plymouth, von dort  nach Wellington und dann mit der Fähre nach Picton. Von dort gehts dann mit dem nächsten Bus zurück nach Christchurch, wo wir die Räder wieder gegen Rucksäcke eintauschen werden.

Der Biketrip ist damit nun endgültig vorbei.

Alles in allem waren es tolle zwei Wochen, in denen wir das Land aus einer komplett anderen Perspektive erleben konnten. Wir hatten ein paar interessante Begegnungen und sahen Orte, die nocht einmal auf allen Karten eingezeichnet sind. Für die nächste Fahrradtour habe ich jedenfalls einiges gelernt.
IMG_6482_1_small

« « Biketrip – The Far North | Going Back South » »