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Der Blog über mein Auslandssemester in Neuseeland ist noch immer hier.

Wo soll's denn hingehen?

19
August
2013
Bushball

Dieses Wochenende war Bushball angesagt. Das ist eine große Feier des Trampingclubs in einer abgelegenen Hütte. Wie schon so oft, ging es auch diesmal am Parkplatz vor The Foundry los. Zur Abwechslung aber erst um 9 Uhr. Nach knapp drei Stunden Fahrt erreichten wir dann unser Ziel im Lewis Pass am Beginn des St.James Walking Tracks. Dieser Track ist eine Mehr-Tages Wanderung mit einer Gesamtlänge von 66km. Wir absolvierten allerdings nur die erste Etappe, etwa 7km bis zur Cannibal Gorge Hut, einer relativ großen Hütte. Das Wetter war am Samstag nicht gerade gut. Nieselregen wechselte sich mit Regen ab. Davon haben wir zum Glück nicht allzu viel mitbekommen, da der größte Teil des Tracks durch einen Wald führte. Die Vegetation in diesem Wald erinnerte stark an mitteleuropäische Wälder. Ich glaube sogar Birken gesehen zu haben, oder zumindest ihre Neuseeländischen Verwandten. Nach knapp dreistündiger Wanderung kamen wir dann bei der Hütte an. Da Übernachtungen in der Hütte jedoch $15 kosten brachten wir unsere Zelte, die wir in der Umgebung der Hütte aufbauten. Es regnete noch immer leicht und so entschieden wir uns gleich in die Hütte zu gehen, den Ofen anzuheizen und es uns gemütlich zu machen.
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Zum Bushball. Bushball ist eine große Party des Trampingclubs, weshalb auch in einer Hütte, mitten im Nirgendwo gefeiert wird. Um alle dafür benötigten Sachen dorthin zu bringen und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, muss jeder Partygast etwas mitbringen und einen Job erledigen. Mitgebracht wurde entweder: Abendessen für zwei Personen, Nachtisch für vier oder Snacks für acht Leute. Die Jobs beinhalteten unter anderem: Sherpa, Sweeper (Hütte putzen), Tourist (Fotos machen und einen Trip-Report schreiben), Fass-Träger, Einkäufer,…
Mein Job war Tourist (Fotograf) und ich sollte Abendessen für zwei Leute bringen. Ich entschied mich Kaiserschmarrn zu machen. Da dieser allerdings irgendwo zwischen einem Abendessen und einem Nachtisch anzusiedeln ist habe ich einfach mehr gemacht. Am Ende brachte ich drei 2L-Boxen mit Kaiserschmarrn und vier kleine Dosen mit Apfelmus mit, womit mein Rucksack nicht unbedingt leichter wurde.
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Neben den organisatorischen Anforderungen an die Partygäste gab es auch Kleidungsvorschriften. Man musste entweder in einem Onesie (quasi ein Strampelanzug für Erwachsene) erscheinen, oder verkleidet als was man werden will wenn man groß ist. Da ich hier in Neuseeland bin und Onesies im Trend zu sein scheinen, habe ich mir auch einen zugelegt. Aber nicht so einen langweiligen einfarbigen Einteiler, sondern ein Tigerkostüm. Mit der Entscheidung in einem Onesie zu erscheinen gehörte ich zur Mehrheit der Anwesenden.

Die Feier selbst startete gegen 17:30, kurz vor Sonnenuntergang, mit dem Abendessen. Es wurde ein Buffet mit den unterschiedlichsten Köstlichkeiten aufgebaut und binnen weniger Minuten war alles verputzt. Danach wurde das Soundsystem aufgebaut. Dieses bestand aus einem Ghettoblaster, der mit einem Laptop verbunden war, die beide über eine Autobatterie mit Strom versorgt wurden.

Auch Getränketechnisch wurde vorgesorgt. Es gab ein 25L Fass mit Bier (ja, auch das wurde den ganzen Weg zur Hütte getragen) und einige Kübel Punsch. Im Verlauf des Abends wurde all dies von den knapp 40 Anwesenden vernichtet.
Am Ende der Welt eine Party zu feiern hat seine Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil ist, dass die Lautstärke der Musik absolut keine Rolle spielt. Die Nachteile sind, dass es nur ein Plumpsklo gibt, das einzig verfügbare Wasser aufgefangenes Regenwasser ist und, dass es keine Elektrizität gibt. All das konnte uns allerdings nicht davon abhalten eine großartige Zeit zu verbringen, bevor es dann nach knapp acht Stunden des Feierns zurück in die Zelte ging. Obwohl es erst 1:00 Uhr war hatte ich keine Probleme einzuschlafen.

Der nächste Tag verlief relativ unspektakulär. Nachdem die Hütte geputzt und die Zelte abgebaut waren machten wir uns wieder auf den Rückweg zu den Vans.

Das Fazit des Wochenendes: Irgendwo im Nirgendwo eine Party zu feiern macht unglaublich viel Spaß. Wenn die Anwesenden als wilde Tiere in flauschigen Einteilern verkleidet sind wird die ganze Sache noch lustiger.
Bis zum nächsten Eintrag wird es eine Weile dauern, da ich morgen in der Früh, das sind knapp sieben Stunden von jetzt, zu einem zweiwöchigen Trip kreuz und quer über die Südinsel aufbreche.
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