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Der Blog über mein Auslandssemester in Neuseeland ist noch immer hier.

Wo soll's denn hingehen?

16
November
2013
Leaving Christchurch and the South Island

10.11. Christchurch – Wellington

Nach einer deftigen Eierspeis zum Frühstück gings zu LuckyRentals, wo wir einen Campervan abholten. Zu bezahlen hatten wir nur die Vollkasko-Versicherung und ein zweites Ticket für die Fähre. Nachdem alles im Van verstaut war, war mein Zimmer komplett leer, ein komisches Gefühl. Ich gab meinen Schlüssel zurück und bin damit von nun an obdachlos.

Wir verabschiedeten uns von Gabe und Beth und fuhren gemeinsam mit Will und Heiko zu Heikos Ex-Apartment, wo wir unser Gepäck in der Garage einlagern konnten. Danach machten wir dann noch ein paar Besorgungen, bevor wir gegen 12:30 Uhr Christchurch verließen.

Etwas mehr als vier Stunden später erreichten wir Picton. Dort gabs einen Snack und dann fuhren wir zur Fähre. Diese hatte 90 Minuten Verspätung.

In Picton hatte ich ein Toilettenerlebnis der anderen Art. Neuseeland hat ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Toiletten. Ein paar von denen sind vollautomatische Ungetümer, so auch diese. Per Knopfdruck öffnete sich die Türe und aus einem Lautsprecher erklang eine Stimme, die mir mitteilte, dass ich maximal 10 Minuten habe um meine Angelegenheiten zu regeln. Die Ansage wurde von Aufzugsmusik gefolgt. Ob diese eine abführende Wirkung haben soll bleibt ungeklärt. Vom Klopapier bis zum Händetrockner war alles Sensor gesteuert.

Die Fahrt mit der Fähre gestaltete sich unspektakulär. Nachdem wir die Fähre verließen versuchten wir das Hostel zu finden. Da wir daran vorbeifuhren ohne es zu bemerken, dauerte es eine knappe Viertelstunde, um das nur ein paar hundert Meter entfernte Gebäude zu finden.
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11.11. Wellington – National Park

Ausschlafen war wieder keine Option, da Sarah die Gepäckträgertaschen abholen musste, die sie zuvor auf trademe ersteigert hatte und das um 7:45.

Am Vorabend hatten wir die Autos auf der Straße vorm Hostel geparkt. Untertags wird dieser Bereich allerdings zu einer Kurzparkzone. Somit mussten wir in der Früh neue Parkplätze finden. Wir fanden ein Parkhaus für $9/Tag, gingen zurück ins Hostel um zu frühstücken und ich schickte noch eine Box mit Wintersachen nach Hause.
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Anschließend gingen wir ins Te Papa Museum. Dort verbrachten wir rund 3 Stunden. Im Te Papa Museum gibt es alles von der Flora und Fauna Neuseelands über Maorikultur und moderne Kunst. Das Beste daran, es ist komplett kostenlos.
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Danach spazierten wir noch im Stadtzentrum herum. Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach National Park, rund vier Stunden nördlich von Wellington. Die Fahrt dorthin war sehr ermüdend. Auf einem Parkplatz kochten wir noch ein gutes Abendessen, bevor es dann ins Bett ging.
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Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

 

12.11. Tongariro Crossing – Taupo

In der Früh besuchten wir die iSite, um zu sehen wo der Parkplatz für die Tongariro Crossing ist und um zu entscheiden wie weit wir gehen wollten. Der Parkplatz war ca. 20 min entfernt und wir entschieden, uns aufzuteilen, die Autos an beiden Enden zu parken und dann irgendwo am Weg die Schlüssel zu tauschen. Somit konnten wir alle alles sehen.
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Die Tongariro Crossing wird als die beste Tagestour Neuseelands vermarktet und das ist meiner Ansicht nach auch nicht gelogen. Vorbei am Vulkan Mount Ngauruhoe (der “Schicksalsberg” oder “Mount Doom” aus der Herr der Ringe) ging es hinauf auf ein Plateau zwischen Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro (ebenfalls ein Vulkan). Es war nebelig und das Plateau wirkte wie von einer anderen Welt.
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Danach ging es noch ein bisschen bergauf, bevor es dann steil bergab zu den Emerald Lakes ging.
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Kurz nach dem Blue Lake machten wir dann eine Mittagspause und am Weg hinunter zum anderen Parkplatz trafen wir Will und Heiko und tauschten die Schlüssel aus. Da sie noch nicht sehr weit gekommen waren, gingen wir den letzten Teil etwas langsamer um nicht allzu lange auf die beiden warten zu müssen.
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Wir verabredeten National Park als Treffpunkt um die Autos zu tauschen. Will und Heiko brauchten mehr als 1,5h länger als wir um dorthin zu kommen. Es gab keinen Schatten und so warteten wir die ganze Zeit in der prallen Sonne.

Nachdem sie dann endlich kamen wechselten wir die Autos und fuhren in Richtung Taupo. Dort angekommen, tankten wir das Auto auf und fuhren ein paar Kilometer zurück, dem See entlang bis zu einem kleinen Park-/Rastplatz am Ufer des Sees wo wir die Nacht verbrachten.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche


Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

 

13.11. Taupo – Rotorua

Nachdem Frühstück fuhren wir wieder nach Taupo, besuchten die iSite, um zu sehen was es hier so zu tun gibt und um den Tag zu planen. Will und Heiko hatten noch ein paar Sachen zu erledigen und so setzten wir uns in ein Cafe mit gratis WLAN und planten die nächsten Tage.

Als alles erledigt war fuhren wir nach Rotorua. Rotorua ist bekannt für seine geothermische Aktivität. Sobald wir aus dem Auto ausstiegen lag uns auch schon der Geruch von Schwefel in der Nase. Da Freedom Camping in und um Rotorua nicht gestattet ist und das angeblich auch streng kontrolliert wird, suchten wir nach einem Hostel. Will und Heiko fanden eines, dass sich auf Campervans spezialisiert hatte und für $9/Person einen Parkplatz und die Benützung der Anlagen des Hostels anbietet.
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Nachdem wir eingecheckt hatten machten Sarah und ich uns auf die Stadt zu erkunden und da gibt es einiges zu sehen. Wir hatten nur rund 2 Stunden bis zum Sonnenuntergang und so suchten wir uns auf einer Touristenkarte, die interessantesten Punkte aus und klapperten sie auf unseren Rädern ab. Wir begannen in einem Park gleich neben dem Hostel, in dem es Schlammpools und dampfende Quellen gibt, mitten im Park.
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Von dort fuhren wir dann ans Ufer des Sees, dem wir ein bisschen folgten, bevor wir dann wieder zurück ins Zentrum und zum Hostel radelten. Das Wetter war wunderschön und das Licht gerade zu perfekt um zu fotografieren.

Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche


Photo by Sarah Lamarche

Photo by Sarah Lamarche

 

14.11. Rotorua – Matamata – Auckland

An diesem Tag hieß es früh aufstehen. Das Programm sah folgendermaßen aus: zuerst nach Matamata, wo Sarah eine Hobbiton-Tour gebucht hatte und dann von dort aus nach Auckland, ein Hostel beziehen und das Auto zurückbringen und das alles bevor 16 Uhr.

Von Rotorua war es eine rund einstündige Fahrt bis nach Matamata, etwas außerhalb davon liegt Hobbiton, das Set für das Auenland in der Der Herr der Ringe-Trilogie und Der Hobbit. Eine Tour gibt es ab $75, das war es mir nicht wert. Nach rund zwei Stunden kam Sarah begeistert von der Tour zurück und erzählte mir einige lächerliche Fakten rund um das Set und den Entstehungsprozess des Films. Von importierten Bäumen, Vogelschreckschusspistolen und anderen absurden Sachen handelten diese Geschichten.

Der Weg nach Auckland gestaltete sich mühsamer und langwieriger als erwartet. Es gab ein paar Baustellen entlang des Weges und je näher wir der Stadt kamen um so mehr Verkehr gab es. Wenn ich das so schreibe weiß ich auch nicht warum mich das gewundert hat. Anscheinend bin ich keine Städte mehr gewöhnt.

Beim Hostel angekommen erfuhren wir, dass es nur noch ein Zimmer ohne Fenster gab. Das war uns egal, wir brauchten nur einen Platz für unser Zeug. Schnell entluden wir alles bis auf die Räder und fuhren in Richtung Flughafen, der rund 20km vom Zentrum entfernt liegt. Ganz in der Nähe des Flughafens lag die Autovermietung, bei der wir das Auto abliefern sollten. Das verlief alles problemlos, obwohl wir eine Stunde zu spät waren. Es wollte niemand einen Ausweis sehen und ich musste nichts unterschreiben. Das ist schon ein großer Unterschied in der Mentalität.

Vom Flughafen mussten wir dann unseren Weg zurück zum Hotel finden. Da wir beinahe ausschließlich auf der Stadtautobahn hergefahren waren, war das keine leichte Aufgabe. Es funktionierte aber überraschend gut und die Fahrt war auch angenehmer als gedacht. Nach knapp zwei Stunden waren wir dann wieder zurück im Hostel.

Dort buchten wir dann die Bustickets für den nächsten Tag, die uns an den Start unserer Radtour bringen sollten, bevor wir dann komplett erschöpft ins Bett fielen.

 

15.11. Auckland – Kawakawa

Der Tag begann damit, dass wir das Zimmer räumen mussten. Wir konnten unser Gepäck aber in einem Lagerraum lassen. Wir machten uns auf das Stadtzentrum ein bisschen zu erkunden, während wir noch die eine oder andere Erledigung zu machen hatten.

Am Aoteoa Square, dem Hauptplatz Aucklands wurden Mentos verteilt und für ein gratis Konzert geworben. Ein Shootingstar spielte im naheliegenden Rathaus, gesponsert von einer Bank, die den nationalen Musikpreis sponsert, für den besagter Shootingstar mehrfach nominiert ist. Jamie McDell ist der Name der jungen Dame, die mit einer Mischung aus Country und Pop, mit selbst geschriebenen Liedern die spärlichen Besucher im Rathaus begeisterte. Wir blieben für ein paar Songs, bevor wir dann weiter die Stadt erkundeten.

Will und Heiko kamen am Nachmittag auch in Auckland an (sie hatten ihren Campervan für einen Tag länger und verbrachten diesen an der Nordküste). Wir verabredeten uns in der Bibliothek (ein zuverlässiger Platz für gratis WLAN). Nachdem wir mehr als 1,5h auf sie warteten tauchten sie endlich auf. Das Timing konnte aber besser nicht sein, da im gleichen Moment auch Cami und Carmen hereinspaziert kamen. Die hatten die letzten Tage im Norden von Auckland verbracht, der Region, die wir in den nächsten Tagen erkunden werden.

Wir verbrachten noch ein bisschen Zeit zusammen, bevor dann alle ihrer Wege gingen. Carmen musste zum Flughafen, Cami, Will und Heiko hatten noch einiges zu erledigen und Sarah und ich gingen zurück ins Hostel um unsere Sachen zu holen und zur Busstation zu fahren.

Das Rad fühlte sich komisch an, als ich zum ersten Mal voll beladen damit fuhr. Es war schwerer als erwartet, der Weg zur Bushaltestelle führte allerdings hauptsächlich bergab.

Dort angekommen mussten wir die Räder noch für die Fahrt vorbereiten. Das heißt, Pedale abmontieren und Kette abdecken. Dazu sind nur zwei Gepäckstücke pro Person erlaubt, wir hatten allerdings jeder vier Taschen. Ein paar Minuten und ein bisschen Klebeband später war dieses Problem allerdings gelöst. Ob das Gepäck allerdings unter 25kg pro Person blieb bezweifelte ich.

Der Busfahrer schien sich dafür allerdings nicht besonders zu interessieren und so mussten wir nur die $10 für die Räder bezahlen.

Nach einer dreistündigen Busfahrt erreichten wir spät am Abend Kawakawa. Dort irgendwo im nirgendwo stiegen wir aus, entpackten unsere Räder, montierten die Taschen und machten uns auf die Suche nach einem Platz zum Übernachten. Eine Internetrecherche hatte ergeben, dass es hier keine Hostels gibt, somit war nur Freedom Camping eine Option.  In einer Kleinstadt, mitten in der Nacht ist es allerdings nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden.

Nach rund einstündiger Suche, oder besser gesagt einstündiger Irrfahrt, fanden wir ein paar Büsche am Rand einer Seitenstraße, die von der Straße nicht einsehbar waren. Dahinter war eine kleine Lichtung auf der wir unsere Matten ausrollten und in die Schlafsäcke schlüpften. Ich erwartete eine unruhige Nacht.

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